ISS-Schulfunkkontakt an der IGS-OHZ

 Die Amateurfunk-Organisation ARISS ermöglicht es Schulen, Funkkontakte mit Astronauten auf der Internationalen Raumstation durchzuführen. Dabei werden Schulen von ehrenamtlichen Funkamateuren unterstützt, die den Funkkontakt entweder direkt vor Ort oder über eine Telefonbrücke für sie herstellen. So wird jeder Schule die Möglichkeit geben, am ARISS-Programm teilzunehmen.

Dieses Jahr gibt es für Schulfunkkontakte eine besondere Konstellation:


Da wir durch die Nachwuchsarbeit im Hackerspace Bremen e.V. einen guten Draht zur "Integrierten Gesamtschule Osterholz-Scharmbeck" haben, beantragten wir Anfang 2017 gemeinsam mit der Schule einen ISS-Schulfunkkontakt.
Da viele andere Schulen und Initiativen diesen natürlich ebenfalls beantragten, haben wir jedoch nur mit geringen Chancen gerechnet, diesen auch bestätigt zu bekommen. Beinahe unerwartet erhielten wir die Bestätigung im letzten November:

Aufgrund der hohen Anzahl von Anträgen hat ARISS jeweils 2 Schulen zu einem Kontakt zusammengefasst. Wir haben unseren Kontakt gemeinsam mit dem "Gymnasium Soltau", die vom DARC-Ortsverband Walsrode(H02) unterstützt werden. Sowohl die Schule, wie auch das tolle Team durften wir bereits kennenlernen. Wir haben auch schon Aktivitäten wie z.B. gemeinsame Proben auch über Amateurfunksatelliten geplant.

Unser gemeinsamer Funkkontakt wurde für die Woche vom 27. August bis 02. September 2018 geplant.

Ein genauer Termin ist zum momentanen Zeitpunkt noch nicht möglich, da dieser natürlich von der Zeitplanung von Alexander Gerst abhängt. Diesen bekommen wir aber natürlich rechtzeitig mitgeteilt, vermutlich direkt nach den Sommerferien.
Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass der Termin kurzfristig abgesagt werden muss, was aber in der Regel selten passiert. Trotz zwei redundanten Funkanlangen, Telefonbrücke zwischen den Schulen und Netz mit doppeltem Boden kann es auch passieren, dass der Funkkontakt auch aus anderen Gründen nicht zustande kommt. Es gibt im Amateurfunk nie eine Garantie für einen erfolgreichen Kontakt, sonst wäre es auch langweilig ;)

Zum ISS-Schulfunkkontakt wird es an der Schule auch ein Rahmenprogramm gemeinsam mit dem Bremer DLR_SchoolLab und dem ZARM geben. Dabei wollen wir bei den Schülerinnen und Schülern technisch-wissenschaftliches Interesse wecken und auch über die Forschung im Allgemeinen aber natürlich auch auf der ISS berichten.

Die Schülerinnen und Schüler haben Fragen vorbereitet, die sie Alexander Gerst stellen möchten. Die Auswahl der Fragen war nicht leicht, da man nur 9 Minuten Zeit hat, diese zu stellen. In dieser Zeit zieht die ISS über unsere Köpfe hinweg. Man muss die Fragen also gut auswählen. Vor allem bei Schulfunkkontakten gemeinsam mit anderen Schulen wird der Ablauf auch zusammen geprobt.

Beim Funkkontakt selbst handelt es sich um einen Sprechfunkkontakt. Eine Bildübertragung findet nicht statt. Grundsätzlich gibt es zwar seitens ARISS auch diese Möglichkeit, aber das ist technisch sehr aufwendig und erhöht das Ausfallrisiko.
Für den Funkkontakt benötigen wir Funkgeräte, die wir genau abstimmen können. Da die ISS mit einer hohen Geschwindigkeit unterwegs ist, verändert sich die Frequenz kontinuierlich durch den Doppler-Effekt. Außerdem verwenden wir Yagi-Richtantennen, die wir immer Richtung ISS nachführen müssen. Die Antennennachführung übernehmen rechnergesteuerte Antennenrotoren.

Für den ISS-Kontakt haben wir zwei voneinander getrennte Anlagen. Die Funkgeräte selbst sind identisch, deren Antennen und Tonverbindungen jedoch nicht:

  • Die primäre Funkanlage ist mit einem Mischpult und einem umfangreichen Audiosetup verbunden. Darüber wird nicht nur die Turnhalle der Schule beschallt, sondern auch die Telefonverbindung zum Gymnasium Soltau hergestellt. Über diese Telefonverbindung können sich die Schulen gegenseitig hören und ggf. sogar einen Funkkontakt über die andere Schule führen.
  • Die sekundäre Anlage ist eher auf Ausfallsicherheit ausgelegt. So ist diese nicht mit dem Audiosetup verbunden und kann direkt mit einem Handmikrofon betrieben werden. Die Antennenanlage besteht auch hier aus einer Richtantenne und einem Rotor, jedoch ist die Richtwirkung der Antenne nicht ganz so groß, um einen größeren Sendewinkel beizubehalten. Bei Bedarf kann auch auf einen Rundumstrahler umgestellt werden.

Durch die Telefonverbindung zwischen den Schulen und mit jeweils zwei Funkstation erhalten wir eine sehr hohe Ausfallsicherheit.


Wie das auf der ISS-Seite aussieht, erklärt hier Tim Peake:

Wir haben nun alle Fragen und Freigaben der Schule zusammen. Die Fragen beider Schulen werden noch miteinander abgeglichen, um ggf. Dopplungen zu vermeiden. Seitens ARISS werden die Funkkontakte mit der IGS-OHZ und dem Gymnasium Soltau als ein gemeinsamer Kontakt organisiert. Da aber beide Schulteams gut vernetzt sind, hätten wir das vermutlich ohnehin selbst so organisiert.

Technisch haben wir noch nicht alle Komponenten fertig gestellt, die Hardware ist aber bereits beschafft. Die Rotoren sind nahezu fertig gestellt, dort gibt es nur noch Details zu erledigen. Der Sequencer der Primäranlage ist fertig. Ein Sequencer steuert die verschiedenen Geräte einer Funkanlage beim Umschalten zwischen Senden und Empfangen. Der Sequencer der Sekundäranlage ist im Transceiver integriert. Die Antennen und die Polarisationsumschalter befinden sich im Bau. Die Anbindung der Audioanlage zur Primäranlage ist ebenfalls in Arbeit. Bei diesen Baustellen sind wir gut im Zeitplan.

Im Juni werden wir mit den Schülerinnen und Schülern „Trockenübungen“ und einen Test über einen Amateurfunk-Satelliten durchführen. Das ist auch eine gute Gelegenheit, die Schülerteams beider Schulen einander vorzustellen - Amateurfunk verbindet ;)

  • André DL1AFZ vom „Fuge IT-Service“ http://www.fuge-it-service.de/: Veranstaltungstechnik, Audio
  • Helmut DD5HF und Auszubildende des „EWE-EnergieCampus“ http://www.litfass-wir-ueber-uns.de/ :
    Primärantenne, -Rotor, Sequencer
  • Mathias DJ9MD: Primäre Funkstation, Telebridge, Audioanbindung Funkgerät
  • Walter DB2BG: Sekundärantenne, -Rotor
  • Jens DG7BBP: Sekundäre Funkstation (inkl. Sequencer)
  • Christian DL5LQ: Audio-, Telebridge- und Funksetup vor Ort
  • Oliver DG1OB: Audio-, Telebridge- und Funksetup vor Ort
  • Marco DB6ML: Audio-, Telebridge- und Funksetup vor Ort
  • Daniel Stingl: Videoaufzeichung, Streaming
  • Daniel DL2AB: Sekundäres Backup, allgemeine Organisation
  • und viele weitere Unterstützer aus unserem Umfeld für Spenden und Hilfen bei kleinen und großen Baustellen

Blog von Alexander Gerst
Wo ist die ISS? inkl. Livestream
Informatives zur ISS vom "Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)"

Die ISS kann man auch hören, wenn sie sich über uns befindet:
Zuerst sollte man die Überflüge über Bremen prüfen (Bei Überflugtypen auf „alle“ klicken.)
Empfangen kann man die ISS mit dem WebSDR auf der Hochschule Bremen
Die Frequenzen der ISS sind:
- 145.800 MHz für Sprache und analoge Bilder und
- 145.825 MHz für Datenfunk.
Wegen des Doppler-Effekts verschiebt sich die Frequenz kontinuierlich. Hieran kann man gut erkennen, wie schnell die ISS über uns vorbeizieht.